Entdeckungen rund um das ungarische Meer

Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass es empfehlens-wert ist, vor Antritt der Reise im Internet die ungarische Maut zu bezahlen. Dadurch entfällt die Sorge rechtzeitig nach Grenzüberfahrt sich eine E-Vignette zu kaufen.

Das Auschecken vollzog sich unkompliziert. Wir werden das "Park Inn by Radisson" in Budapest mit seinen freundlichen Personal und komfortablen Zimmern in Erinnerung behalten. Das Unterstellen des PKW im Parkhaus ist zu empfehlen, denn so kann man Budapest sorglos erkunden. 10€ pro Tag sind gut angelegt.

Bald verließen wir Budapest und nahmen die Route über Sio-fok zu unserer Ferienwohnung in Keszthely. Doch zunächst mussten wir in einen 13 km von Keszthely entfernten Ort, um den Schlüssel für die Ferienwohnung abzuholen. Es war Feiertag. Der Schlüssel lag im Tresor, also unkompliziert Abholung.

Doch wir parkten unter einem Kirschbaum, sodass die weite Anfahrt belohnt wurde. Die Kirschen waren sehr süß.

Nachdem wir unser Gepäck ausgeladen und uns in der Wohnung etwas eingerichtet hatten, gingen wir am Abend in die Stadt, um noch einige Forint einzutauschen. Es lohnt sich mit Forint zu bezahlen.

Die Pfarrkirche am Hauptplatz, das älteste Gebäude der Stadt, erstrahlte im Licht des Sonnenuntergangs. Unweit davon die Pestsäule. Da es spät war, setzten wir uns in das Mexiko-Restaurant. Wegen der Hitze bestellten wir uns leichte Kost mit scharfen Pasten. Dazu ein angenehm temperiertes Bier.

Am nächsten Morgen stellte ich mit Genugtuung fest, dass zwei Häuser weiter eine Friseuse tätig war. Schnell war ein Termin vereinbart, und wir lenkten unsere Schritte Richtung Park und Hafen.

Schon morgens war die Temperatur nahe dreißig Grad. Angenehm der leichte Luftzug am Balaton.

Nach etwa 10 Minuten erreichten wir den Bahnübergang und damit den Zugang zum Bad und Hafen. Vorbei an ei-ner Reihe von Geschäften und Restaurants, erreichten wir rechter Hand das schöne Städtische Strandbad.

Trotzdem es gerade 10 Uhr war, war es schon gut besucht. Es waren Ferien und viele Kinder vergnügten sich in dem doch recht warmen Wasser und  den Liege- und Spielwie-

sen.  

Beeindruckend die 1880 fertiggestellte Inselbadanlage, die vor Jahren nach alten Unterlagen rekonstruiert wurde. Am Rand des Sees warteten die Schwäne und Enten auf Leckerbissen.

Ein zwei Stunden-Ausflug mit dem Traditions-Schaufelraddampfer  ab Keszthely zu der Bucht bei Szigliget  war geplant. Wir er-warteten etwas kühlenden Wind auf dem Schiff, doch vergeblich - kein Lüftchen wehte. Die Sonne brannte auch hier unbarmher-zig auf das Deck. Wir suchten den Schatten, denn es waren über 35C. Immer wieder sah man tote Fische auf dem Wasser. Schein-bar erste Opfer dieses Hitze. Doch herrliche Ausblicke in die Umgebung des Balaton entschädigten für das Schwitzen.

Der Kapitän legte ab und nahm Kurs zur Bucht Szigliget. Für die Abwehr von Piraten schien der Raddampfer gut gerüstet. Voller Eifer entdeckten die Kinder manch Überraschendes auf dem Schiff - auch den Ausschank für Getränke. Dominierend auf der gan-zen Fahrt immer wieder am Nordufer der Badacsony-Berg. Hier werden wir in den näcsten Tagen unsere Freunde auf  ihren Wein-berg besuchen.

Beeindruckend die bergige und in grün getauchte Landschaft. Immer wieder auf den Höhen Aussichttürme, die oft Besucher an-locken. Sind doch oft Csardas oder Restaurants in der Nähe. Am Ufer viele Orte, oft mit großem Angebot an Campinplätzen und Ferienwohnungen und -häusern. Motor- und Segelboote kreuzen unseren Kurs. 

Weit sichtbar die kleine Kirche auf dem Berg. Es ist die St. Michael-Kapelle von Vonyarcvashegy. Die Fahrt nähert sich seinem Abschluss. Die Silhouette von Keszthely kommt immer näher. Ein anderes Ausflugsschiff steuert auch auf die Anlegestelle zu. Ein empfehlenswerter Ausflug ist zu Ende. Wir gingen zum Park, setzten uns an die Eisdiele und ließen uns einen köstlichen Eisbecher servieren. Ein letzter Blick zum See und wir liefen Richtung Unterkunft. 

Heute stand der Besuch unserer Freunde in Badacsonytomaj auf dem Plan. Die Anfahrt gestaltete sich problematisch, führte uns doch das Navi in den Nachbarort. Die Straße hieß Weinberg - und diesen Namen gibt es an "jeder Ecke", wie später Barna sagte.

Im Ort hielten wir kurz, um die Kirche St. Imre anzusehen.

Sie war interessant, denn als Baumaterial verwendete man Mitte des 19. Jh. Basalt. Der Badacsony-Berg ist ein früherer Vulkan und besteht deshalb auch aus Basalt.

Etwas verspätet trafen wir nach Bewältigung der schmalen Zufahrtsstraße ein. Man erwartete uns schon.

Nach einer herzlichen Begrüßung fiel uns sofort der wunderschöne Panoramablick von der Terrasse auf den Plattensee und den Ort Balatonlelle  auf und ließ uns staunen.

Es gab viel zu erzählen, denn nach den langen Jahren hatte sich einiges an Informationen angesammelt. Der Hobbywinzer Barna führte mich durch seine Weinlage, zeigte die ersten Traubenansätze, aber zeigte sich verständlicherweise besorgt hinsichtlich der zu erwartenden Erträge. Stolz zeigte er uns seinen kleinen Weinkeller, wo es blubberte und manch guter Tropfen auf die Weintrin-ker wartete. Interessant das Weinetikett, dass sie für die Abfüllung in die Flaschen wählten: Ein Motiv eines bekannten Malers aus der Nachbarschaft - Blick vom Weinberg auf  den Balaton und Balatonlelle. 

Doch bald hieß es Abschied nehmen, unsere Tasche war nun schwerer durch zwei Flaschen Wein. Doch zuvor nahmen unsere Freunde uns mit in ihr Stammlokal und Café  "Muskali Etterem" in Badacsony zu einer leckeren Mahlzeit.

Nochmals ein großes Dankeschön an Piroska und Barna für die schönen Stunden hier und in Budapest. Man sieht sich hoffentlich wieder in Ilmenau in Thüringen.

Ein kurzer Stop am Bad und Hafen des Ortes musste noch sein. Die Abendsonne tauchte den Strand und den See in ein spezielles Licht. Ein Rohrsänger sang uns ein wunderschönes Abschiedslied. Eine Entenmama führte ihren Nachwuchs am Schilf entlang. Ein Schwan reinigte sein Federkleid. Einige wollten die Abendstunde noch zu einem "Freibad" nutzen, denn abends ist der Eintritt frei.

Gegenüber schilfgedeckte Häuser, die diesem Strandabschnitt ein besonderes Flair verleihen. Wenige Kilometer weiter ein kurzer Halt, um nochmals den wundervollen Blick auf den Badacsony-Berg im Abendlicht einzufangen.

Der nächste Tag führte uns nach Heviz. Der Tag begann wie immer mit dem Frühstück auf unserem kleinen Balkon mit frischen Bäckerbrötchen aus Keszthely.

Wir parkten in Nähe der Kirche, die wir zunächst besuchten. Danach liefen wir hinunter zur Fußgängerzone und zum Kurpark. An einer Gaststätte warben zwei lustige "Gesellen" für Gerichte, die wahrscheinlich nicht jeden Geschmack treffen.

Die Geschäftsstraße, die zum Kurpark führte, zeigte sich unbelebt. Meist eilten die Fußgänger zum Bad. Es war noch früh am Tag.

Bald erreichten wir den schönen Park, setzten uns auf eine der zahlreichen Bänke und betrachteten die bunten Blütenteppiche.

Hier im Schatten war die Hitze zu ertragen.

Danach lenkten wir unsere Schritte zum attraktiven Thermalbadeingang und schauten den Badelustigen zu. Alle hatten ein Ziel: Vorhandene Leiden mit dem Bad im Thermalsee zu lindern.

Eine nette Mitarbeiterin der Gästebetreuung im Bad nahm sich die Zeit und führte mich durch die weitläufigen Anlagen zum See. Ich erinnerte mich an die vielen Seerosen vor 55 Jahren und hatte danach gefragt. Das Bad mit den großzügigigen Anlagen erkannte ich nicht wieder. Sie erklärte mir die inzwischen 200-jährige Bädergeschichte und erläuterte mir die medizinischen Indikationen. Ich erfuhr, dass es der größte "natürliche und biologisch aktive Thermalsee" der Welt ist. Die Temperaturen im Sommer zwischen 33 und 36°C, im Winter etwa 23-25°C. Zumindest während unseres Besuchs waren gefühlt die Wasser- und Außentemperatur gleich.

Ich bedankte mich herzlich, folgte ihrem Rat und umwanderte das Bad zum Hintereingang und Campingplatz. Hier im Kanal ein wunderbarer Teppich bleublühender Seerosen. Eine Augenweide für Naturfreunde. 

Der Camingplatz befand sich unmittelbar daneben. Am späten Nachmittag nach einem  Bummel durch die Fußgängerzone, vorbei auch an einer alten Lok, ging es zurück zum Parkplatz.

Abends entschlossen wir uns in der Halszcarda am Helikon-Strand von Keszthely das Abendbrot einzunehmen.

Die Csarda sah sehr attraktiv aus und man saß auch gut im Freien mit Sicht auf den Balaton. Doch das, was die Csarda in der Werbung verspricht, sollte man nicht allzu ernst nehmen. 

Obwohl wir nach 19 Uhr dort gewesen sind, gab es keine Zigeuner-musik. Und ob die Preise "freundlich" sind, können wir nicht bestätigen. Im Vergleich zu dem Fischrestaurant in Budapest war in der "Fischsuppe mit Wels" gefühlt ein Drittel weniger Fisch bei höherem Preis enthalten. Zumindest beim Geschmack konnte man nicht meckern. Doch der  Blick auf den abendlichen Balaton entschädigte und bestimmt im Preis mit einkalkuliert.

Schon am Strand spürten wir, eine Großveranstaltung stand bevor: Triathlon. Trotzdem folgten wir unseren Plan und wollten zum Markt und danach zum Schloss gehen. Merkten aber, dass manches etwas eingeschränkt war. Dafür applaudierten wir  und "feuer-ten" die Teilnehmer des Triathlons in dieser Hitzeschlacht mit an.

Der Markt befand sich ein wenig abseits. Es wurden viele heimische Erzeugnisse angeboten.

Wir liefen wieder zur Straße, wo die Läufer nach wie vor der Hitze trotzten. Ein Innenhof weckte unsere Neugier. Es war ein kleines Museum, das ein Sammler sich eingerichtet hatte. Schon der Durchgang mit einer Reihe von Bildnissen weckte die Neugier. 

Unser Weg führte uns nun zum barocken Festetics-Schloss, dass das drittgrößte in Ungarn ist. Trotz der starken Hitze der letzten Zeit empfing uns eine schöne Parkanlage mit farbigen Rabatten. Denkmäler und viele Wege lassen das Schloss immer wieder von unterschiedlichen Standpunkten einen anderen Eindruck vermitteln. An einer Mauer am Rande des Parks kann man den Blick über die Silhouette der Stadt, über die Dächer schweifen lassen.  

Im Schloss gibt es sehenswerte Ausstellungen und auch ein Restaurant lädt am Eingang zum Verweilen ein. Ein lohnenswertes Ausflugsziel!

Die Besichtigung verlief doch länger als gedacht, durfte doch das Fotoshooting eines Hochzeitspaares nicht verpasst werden. 

Auf dem Weg zur Unterkunft machten wir Halt im Biergarten des Restaurantes "John's Pub" und probierten erstmals eine Calzone. Es schmeckte vorzüglich! Es war nicht die einzige "Einkehr", denn man konnte sich hier wohl fühlen.

Der nächste Tag führte uns zum Kis-Balaton (Kleiner Balaton). Wieder ein Tip unserer Freunde. Zunächst passierten wir kleine Dörfer und stoppten kurz bei einer grasenden Büffelherde auf dem Weg zum Gedenkpark Zalavár, auch Zalavár-Burgeninsel genannt. Hier findet man das 2010 eingeweihte Millenium-Denkmal (Rundbau mit Spitze auf 3. Foto), weitere Denkmale, Ausgrabungen einer Basilika aus dem 9. Jh., ein Restaurant und eine kleine Kirche, die auf den Grundmauern einer Kirche aus dem 11. Jh. Als wir eintrafen fand gerade eine Feierstunde statt. Ein Chor umrahmte die Veranstaltung. Deshalb lauschten wir deren Darbietungen.

Danach fuhren wir zum Kis-Balaton, einem Naturschutzgebiet. Zunächst vorbei an einem Villengrundstück mit großem Seerosenteich und über eine blaue Brücke eines Wasserarmes des Sees.

In Kápolnapuszta, am Südende des Sees, ist das Wasserbüffelreservat. Wir gingen über die Brücke auf die Insel und wanderten trotz der erbarmungslos brennenden Sonne von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Fand sich eine Bank im Schatten am Seeufer, ließen wir uns sofort nieder.

Angler saßen am Strand, einer von dem möglichen Fang träumend, der andere angespannt auf einen Biss wartend. Immer wieder schöne Ansichten, Wildkräuter und die Begegnung mit einer Wildgansfamilie. Schnell verging die Zeit, die Parkzeit lief ab und die Fahrt zum nächsten Ziel konnte beginnen. 

Wir entschlossen uns Richtung Balatonlelle zu fahren. Plötzlich sahen wir eine Erdölpumpe. Nur unbedeutend die Förderung im Land, aber für uns überraschend diese Pumpe hier an der Straße zu sehen.

Das ursprüngliche Ziel, Szantod, Ort gegenüber Tihany, haben wir wegen den Wetterwarnungen fallen lassen. 

Bald erreicheten wir Balatonlelle. Zunächst ein Rundgang am Strand, Hafen und Ort. Ein angehmer auf Tourismus eingestellter sauberer Ort.

Das Wetter änderte sich, der Wind nahm zu, das ungarische Meer zeigte die raue Seite, Schaumkronen auf den Wellen, der Blick zum Himmel zeigte - ein Gewitter zog auf. Doch die Badenden blieben weitgehend gelassen. Wir nahmen zunächst das Angebot eines Restaurants für ein leckeres 3-Gang-Menü an.

Anschließend begann die Rückfahrt über Balatonboglar und Fonyòd. Immer mit der Befürchtung, dass sich das Gewitter entlädt. Vorbei an einer brütenden Ente im Schilf, spazierten wir in Fonyod auf der längsten Mole des Balaton entlang, passierten das Denkmal "Menschenpaar" und dann noch ein kurzer Blick zur Einkaufsmeile.  Der Besuch des Aussichtsturmes war leider nicht möglich, denn es war schon nach 18 Uhr.

Wir folgten der Straße etwas den Berg hinauf. Eine gute Entscheidung, denn an der Szaplonczay Promenade gab es eine tolle Aussicht über den Balaton, hin auf die andere Seite zum Badaczony-Berg.

Wir setzten uns unweit der Statue "Der Wind am Balaton"  auf eine Bank und genossen die  Aussicht.  Der Sturm wurde stärker, spektakuläre Wolken und Lichtefekte bildeten sich.

Besonders von Interesse war die Tafel, die eine Übersicht über die Berge auf der Badaczonyer gab. Bestimmt für manchen wissenswert, deshalb hier Fotos davon.

Die Farben des Himmels wurden immer faszinierender. Es wurde immer dunkler, letzte Sonnenstrahlen bahnten sich den Weg und erleuchteten segmentweise das Wasser des Balatons.

Sturmböen fegten über die Promenade. Ein erster kleiner Ast ging neben der Bank nieder. Eine letzte Aufforderung zum schnellen Aufbruch. 

Besonders von Interesse war die Tafel, die eine Übersicht über die Berge auf der Badaczonyer gab. Bestimmt für manchen wissenswert, deshalb hier Fotos davon. Ein schöner Ausflugstag endete mit ersten Blitzen und Donner sowie beginnendem Regen beim Aussteigen an der Ferienwohnung. 

Nach dem Gewitter am Vortag empfing uns am nächsten Tag die Natur in einem sattem Grün. Wir fuhren eine kleine Landstraße in Richtung Tapolca. Die Straße wand sich durch das Keszthely Plateau mit bewaldeten Hügeln und Bergen, am Straßenrand unverhofft auch schöne Wiesenflächen mit Orchideen.

Doch bald änderte sich die Landschaft. Im kleinen Dorf  Lesencefalu bestimmten großflächige Weinlagen das Bild, was sich im weiteren Verlauf nicht ändern sollte. Wir folgten etwa 9 km der Straße 77 nach Tapolca. Hier erwartete uns ein unspektakuläres Zentrum einer Kleinstadt. Auffallend ein Denkmal mit dem "kleinen Prinzen", dass wir auch schon in Budapest an der Donau gesehen haben.

Leider fehlte uns die Zeit den sehenswerten unterirdischen See, der mit Booten befahren werden kann, zu besuchen. 

Thermalquellen lassen den Besuch in dem Höhlenbad Barlangfürdö  mit etwa 30°C Wassertemperatur zu einem Erlebnis werden. Zumindest so ist es so zu lesen.

Nach Tapolca begleiteten uns schöne Landschaften auf dem Weg zur Halbinsel und der Abtei hoch oben über dem Balaton. Wunderschön die Begegnung mit einer Herde des Ungarischen Steppenrindes. Wir befanden uns hinter den Bergen, die wir von Fonyod aus gesehen haben und mit Hilfe des Schildes zuordnen konnten.

Der Balaton kam wieder in Sichtweite, sodass es bis Tihany nicht mehr weit war. Entgegen unseren Erwartungen fanden wir recht schnell einen Parkplatz zu einer moderaten Gebühr. So konnten wir uns viel Zeit zum Bummeln und Besichtigen der Abtei, des Ortes und der Umgebung nehmen. 

Gleich nach dem Parkplatz, die Straße leicht ansteigend, sind viele Geschäfte und Handwerksläden aneinander gereiht. Interessant die originellen Töpferwaren, aber auch Textilien mit Stickereien. Auch die Imker boten ihre Erzeugnisse an.

Die Gärten zeigten sich in voller Blütenpracht. Je weiter man zur Abtei kam, desto mehr Besucher drängten sich auf den Wegen. Nahe der kleinen Promenade, die zu einem Restaurant führt, mit toller Aussicht auf das ungarische Meer, herrschte reges Markttreiben mit einer Vielzahl von interessanten auf die Touristen ausgerichteten Angeboten. 

Wir suchten uns ein nettes Plätzchen abseits der promenierenden Touristen, wo man den Balaton überblicken konnte. Trotz des trüben Wetters eine beeindruckende Aussicht. Nach der Besichtigung der Abtei spazierten wir noch ein Stück in den Ort, um dann nach Balatonfüred und Alsóörs weiter zu fahren. 

Schon nach kurzer Fahrt hielten wir an einem großen Lavendelfeld. Wunderbar duftend, ein wundervoller Anblick dieses Blau in der Landschaft neben einem Weinberg. Viele Menschen in gebückter Haltung beim Schneiden der Blütenstengel. Vorgesehen für die Vase, Lavendelkissen und andere den Duft in der Wohnung verbreitenden Erzeugnisse. Natürlich gegen ein kleines Entgelt beim Besitzer dieses Feldes.

Bald erreichten wir Balatonfüred und sahen uns ein wenig im Zentrum um. Beeindruckend das Angebot in der Markthalle. der Bummel auf der Promenade und am See fiel kurz aus, denn wir wollten unbedingt nach Alsoörs, wo ich vor etwa sechzig Jahren erstmalig bei Piroskas Familie im Wochenendhaus unbeschwerte Ferientage verbringen durfte. 

Der Ort und Strand waren nicht wiederzuerkennen. Wir ließen uns Zeit zur Besichtigung, Erinnerungen auch an spätere Besuche und gemeinsame Tage auch mit unseren Kindern wurden wach. Eine unvergessliche Zeit und eine lange Freundschaft begannen hier. Gern erinnern wir uns.

Es ist spät geworden. Zurück fuhren wir die Straße am See. Der Hunger nagte am Magen und so nahmen wir Ausschau nach einem Restaurant. Das Glück war uns hold. 

Direkt an der Straße sah das "Bacchus Etterem" in Vonyarc-vashegy einladend aus. Auf der Terrasse erhielten wir ein lecke-res Abendessen. Deshalb fanden wir auch zwei Tage später uns am letzten "Balaton-Abend" hier zum Abschiedsessen ein.

Die nächsten Tage hieß es Abschied nehmen und langsam die Koffer packen. Letzte Spaziergänge in Keszthely und im Park an der alten Badeanlage beendeten unseren Aufenthalt. 

Ein Kormoran zog unsere Blicke auf sich - wir beobachten ihn lange beim Fischfang. Rundum ein gelungener Aufenthalt, wenn auch die Temperaturen über 30°C und kaum Wind doch ganz schön an der Kondition zehrten.

Eine wunderschöne Reise nahte seinem Ende. Schnell am nächsten Tag die Koffer verstaut, den Schlüssel im Tresor "versenkt" und schon befanden wir uns auf der Straße 84 nach Sopron. Ein kurzer Halt in Sümeg, wo auf einem 270m hohen Kalksteinberg eine imposante Burganlage die Blicke auf sich zieht.

Bald näherten wir uns der Grenze; gute Gelegenheit zur Rast, um die letzten Forint umzusetzen. Gelegenheit, umrahmt von Oleander, mich in Szene zu setzen.

Und schon befanden wir uns in Österreich - es hieß nun eine Tankstelle zu finden, um das "Pickerl" zu erwerben. 

Das nächste Ziel: Bad Vöslau. Weiter geht es mit dem  Bericht unter dem Titel  "Baden - Schloss Schönbrunn/Wien  - Ybbs"