Ein Traum wird wahr - Rundreise nach Österreich und Ungarn

Seit vielen Jahren gab es Einladungen zu Freunden nach Wien und nach Badacsony am Balaton. Andererseits gab es wunderschöne Erinnerungen an fast familiäre Kontakte vor fünf  Jahrzehnten.

Die Gesundheit schien stabil und wir planten kurzerhand eine Reise mit unserem PKW.

Die erste Etappe führte uns über Regensburg - Schärding nach Leiben, wo wir in Willis Bauernhof, einer kleinen, aber feinen ländlichen Pension zwei Übernachtungen gebucht hatten.

Die Autobahn verließen wir an der Abfahrt Pöchlarn, überquerten die Donau und fuhren Richtung Weitenegg.

Herrliche Wiesen unterhalb des Donaudamms und am Donauradweg ließen uns noch einen Stopp einlegen. Ein Biotop wie man es sich überall wünscht. Überall Insekten, Schmetterlinge, zwitschernde Vögel - sogar ein Hase hoppelte den Radwanderweg entlang.

Vom Radweg konnte man bereits das Stift Melk sehen, dessen Besuch für den nächsten Tag geplant war.

Etwa 12 km von der Autobahnabfahrt Pöchlarn ging es nach Aichau stetig bergauf. Über 250 Höhenmeter waren zu überwinden. Der Ort selbst nur eine Handvoll Häuser mit einer kleinen Kirche. Aufgrund guter landschaftlicher Lage ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen. Unser Zimmer war groß und angenehm. Abends saßen wir auf dem Balkon mit Blick auf die kleine Kirche und den Mayerhof, wo auch familienfreundliche Unterkünfte angeboten werden. Mit dem Ort hatten wir eine gute Wahl getroffen. 

Den Abend nutzten wir, um uns Pöggstall anzusehen. Zuvor ein kurzer Stopp in Weiten mit dem Weitenbach, einem Pranger mit Rolandsäule und der Pfarrkirche. Hier kann man, so man will, "am Pranger stehen".

Man nennt Pöggstall  wegen des milden Klimas auch "Meran des Waldviertels".

Pöggstall mit dem Schloss und der Kirche sind ein sehenswertes historisches Ensemble. Man sollte beim Besichtigen auf die Details achten, denn die alten Malereien und die Arkaden  sowie der nicht häufig anzutreffende Rundbau laden zum Entdecken ein.

Ehemals eine Wasserburg, danach die vielfachen Besitzerwechsel mit Umbauten sind nicht zu übersehen. Ein Museum erzählt die Geschichte, doch es war Abend und geschlossen. Zurück über kleine Straßen, gehalten um etwas zu essen und anschließend nach einem anstrengenden Tag in die Pension in Aichau. 

Am frühen Morgen, nach reichhaltigem Frühstück, fuhren wir nach Melk, wo oben auf dem großen Parkplatz am Stift man gut den PKW abstellen konnte. Erste schöne Ausblicke über die Stadt Melk, die Landschaft in der Ferne und auf das Benediktiner Stift empfingen uns. Wir nahmen uns Zeit dies zu betrachten, ließen uns nicht von der Hektik der Busreisegruppen anstecken.

Der Weg führte über eine breite Treppe, vorbei an einer Gaststätte hin zu den Kassen im Innenhof. 

Um unabhängig zu sein, buchten wir keine Führung. Dies bewährte sich, denn wollte man etwas genauer wissen, konnte man bei einer Gruppe stehen bleiben und den Erklärungen von deren Führer zuhören. Die Ausstellungen waren sehr interessant.

Belastend wirkte außerhalb der Ausstellungen die große Hitze, die wir bereits aus der Heimat mitbrachten. Man suchte schattige Plätze oder nahm ab und zu auf einer Bank Platz. Dies hatte den Vorteil, dass man so noch intensiver die Bauten und die Landschaften von dem hoch oben über der Donau und der Stadt gelegenen Stift betrachten konnte. 

Auch die Parkanlagen sind unbedingt sehenswert.

Langsam, noch ein wenig die beeindruckenden Gebäude und Parkanlagen mit allen Sinnen aufnehmend, begaben wir uns zur Treppe, dem Klosterstieg. Die schmale gut zu gehende Treppe führte direkt in das Zentrum von Melk.

Ein schöner alter Stadtkern, der fast an jeder Stelle von dem hoch oben auf dem Berg befindlichen Stift dominiert wird.

Wir schlenderten durch die Straßen und Gassen, nahmen das Angebot eines Cafés an und befanden uns bald wieder auf der Treppe mit seinem diesmal beschwerlichen Aufstieg. 

Ein fast 6 stündiger Aufenthalt neigte sich dem Ende zu - tolle Eindrücke von dieser Stadt an der Donau hinterlassend.

Oben angekommen, vorbei an einem Wasserspiel, das vor allem asiatische Besucher zu einem Fotoshooting fesselte, strebten wir dem Parkplatz zu. Neben der breiten Treppe erfreute uns die schöne bunte Wiese als Abschiedsgruß.

Zunächst hielten wir kurz an dem Donaukraftwerk, dessen Damm man begehen kann. Von hier hatte man  einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Landschaften und das Stift Melk.  

Wir fuhren ein Stück zurück und überquerten die Donau bei Melk, um linksseitig der Donau der Bundesstraße 3 nach  Maria Taferl zu folgen. Ein Halt bei Emmersdorf an der Schiffsanlegestelle musste sein. Hier stehen Bänke, von denen man den Ausblick auf die Donau und Melk in Ruhe genießen kann. Die Donau war leider nicht blau, aber dafür randvoll.

Maria Taferl, ein Wallfahrtsort auf 443 m Höhe, wo die Legende erzählt, dass in Mitte des 17. Jahrhunderts Wunderheilungen statt-fanden. Der Ort selbst hat knapp Tausend Einwohner und wird weit sichtbar von der Pfarrkirche, 1947 zur Basilika von Papst Pius XII. ernannt, hoch oben über der Donau dominiert.

Eine prachtvolle Kirche empfing uns, ließ uns staunen. Wir nahmen Platz, hielten Einkehr, ließen uns Zeit, auch um die wundervollen Gemälde und Schnitzereien zu betrachten. Es wäre unverzeihlich, wenn wir dieses Kleinod nicht besucht hätten. 

Im Anschluss bummelten wir durch den Kirchgarten, gingen zur Straße und warfen noch einen Blick in die Ausstellungen "Mechanische Krippe" und  "Alpenpanorama", beide mit einer langen Geschichte. 

Inzwischen war es schon 18 Uhr und das Schloss Artstetten als letztes Ziel wartete auf uns. Ein großer Parkplatz am Schlosspark war leer, denn das Café und Ausstellungen waren leider geschlossen. Der Park mit seinen vielen Pfingstrosen und Ruhemöglichkei-ten begrüßt die Besucher. Ein wirklich majestätischer Bau, den man hier nicht erwartet. Der lange Tag endete mit einem vorzüglichen Abendessen im Schlossgasthof auf der Terrasse. 

Abends noch eine Stunde in Aichau spazieren gegangen, denn wir wollten den angenehmen sehr warmen Sommerabend genießen. 

Wir verweilten noch ein wenig bei einem Glas Bier auf dem Balkon unseres Zimmers und ließen uns von der Aussicht auf die kleine Kirche und quasi das Zentrum des kleinen Ortes sowie auf die weite leicht bergige und bewaldete Landschaft einfangen.

Am Morgen weckte uns die Sonne zeitig. Schnell waren die Sachen gepackt, das Navi für die nächste Etappe Budapest eingestellt und  gestärkt durch ein gutes Frühstück mit Pro-dukten aus der Eigenerzeugung des Bauerngutes begann die Fahrt hinunter zur Donau und Autobahn. 

Kurz hinter Aichau ein kurzer Halt, um nochmals einen Blick auf das beeindruckende Ötschermassiv werfen.

Die nächsten Etappen werde ich auf  Unterseiten beschreiben. Ich hoffe, dass damit das nicht immer schöne Scrollen minimiert wird. Zur Erleichterung des Zugriffs habe ich Buttns angebracht. Viel Spaß.